Coronavirus zertrümmert auch den Sport

Die Pandemie schreitet voran und hat neben den vielen menschlichen Opfern und den tiefen Einschnitten wirtschaftlich und im privaten Bereich auch den Sport bereits jetzt schon massiv geschädigt und die Annullierung bzw. Verschiebung vieler höchstwertigster Sportereignisse in diesem Jahr bewirkt.

 

Die Liste der sportlichen „Trümmer“ ist lang:
Verschiebung der Olympischen Spiele Tokyo um ein Jahr, dito der Fußball-EM, der „Final 2020“ in 19 Disziplinen, Leichtathletik-EM, den DM in der Leichtathletik, der Ruder EM, der Eishockey WM, Tennis Wimbledon, Fußball U 17-EM und U19-Juniorinen - EM.
Diverse Saisonabbrüche bei Volleyball, Eishockey, Wasserball, Boxen, Gewichtheben usw.
Ende des Spielbetriebs in den unteren Klassen in weiteren stark verbreiteten Sportarten wie Handball und Basketball und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch im zahlenmäßig größten Verband Fußball.

In dieser größten Sportart Fußball hofften wir alle noch, die DFL sorgt sich um die Ligen 1 und 2 und sucht verzweifelt Lösungen zur Sicherung der Fernsehgelder für viele „Geisterspiele“, während in den unter dem Dachverband DFB stehenden Ligen ab 3. Liga viele Hundert Vereine massive Probleme bis hin zu Insolvenzen bekommen werden.
Im Mutterland des Fußballs, England, hat man bereits reagiert und alle Ligen ab Liga 7 bei den Herren und männlichem Nachwuchs (bis ganz unten zum fast letzten cottage gibt es regional und dann lokal fast 22 Klassen !!) und alle Ligen ab Liga 3 bei den Frauen und Mädchen gestrichen – eigentlich unvorstellbar !

 

Auswirkungen auf unseren Verein:
weiter gilt die RV vom 22.3.20 des Berliner Senats, Ausgangsbeschränkungen, Trainings- und Spielverbot, Versammlungsverbot, verlängert am 2.4.20, befristet vorerst bis 19. April 2020.
Hinsichtlich der Problematik „Wahlen und Mitgliederversammlungen“ gibt es Entwarnung, da der Gesetzgeber reagiert hat und aktuell Verzögerungen legitimiert und die entsprechende Gesetzesänderung verabschieden wird.

 

Der Handballverband Berlin hat mit Info 27.3.20 signalisiert, dass die Serie bald auch formell als beendet erklärt wird, unsere Handballfrauen und-mädchen gehen nun vorfristig in die verdiente, aber nicht erwünschte Sommerpause. Eine Vorabwürdigung einer sehr erfolgreichen Serie erfolgte bereits, der wohl größte Verlust ist der Verzicht auf das „Final Four“ der weiblichen A-Jugend, wo es für unsere Mädchen des FSV 1912 um den Berliner Meistertitel gegangen wäre....

 

Im Fußballbereich ist es weitaus komplizierter:
Für viele Nachwuchsmannschaften z. B. steht die komplette Rückrunde an, für alle anderen mindestens ein Drittel der gesamten Serie. Fast 13 000 Spiele müssten noch absolviert werden, um die Serie „regulär“ zu beendigen, Einigkeit herrscht auch darüber, dass wohl eine „Vorlauffrist“ von 14 Tagen angemessen sei, um im Trainingsbetrieb wieder auf „Spielbetriebstemperatur“ zu kommen. Unrealistisch ? Saisonende ? Oder alles versuchen ?
Bei Fortführung Spielbetrieb müssen intelligente Lösungen her, um nach möglicher Wiederaufnahme (Ende Mai, Anfang Juni ?) im Sinne der vielen Hunderttausend Kicker wieder spielen zu können. Für die Altersklassen Minis, F- und E-Jugend würden 2-3 Spieltage in Turnierform mit jeweils 3-4 Spielen pro Turniertag bis zu den Sommerferien ausreichen, um den berechtigten und so lange unterdrückten Bewegungs- und Spieldrang unserer Kleinsten und Kleinen zu entsprechen. Hier bleiben wir optimistisch.
Für alle aufstiegsberechtigten Klassen (D – A-Jugend, alle Senioren) müssen andere Überlegungen her. Planspiele laufen beim verantwortlichen BFV natürlich und unter Hochdruck (siehe auch die Serie auf der BFV-Seite „Vereine fragen – der BFV antwortet“ sowie aktuelle Vereinsabfrage zu bestimmten Szenarien), aber auch untergeordnet in den betroffenen Vereinen.

Es gibt dort garantiert interessante und kluge Ideen zum möglichen „Restspielbetrieb“, um den „Schaden“ (z. B. gerechte Auf- und Abstiegsregelung) zu minimieren.

 

Alles hängt aber von den behördlichen Entscheidungen ab. Der Schlüssel wäre in allererster Linie die gestaffelte Schulöffnung und die (teilweise) Aufhebung der Kontaktsperre ! Danach gäbe es keinen sachlichen Grund mehr, Sportanlagen und Hallen für Kinder und Jugendliche (andere Altersgruppen gestuft) zu sperren.
Die Verantwortung ginge aber sofort an die Vereine und Abteilungen über und die müssten in Absprache mit den verantwortlichen Stellen (Gesundheitsamt, Bezirksamt, Empfehlungen des RKI !!) verantwortungsbewußt zumindest für den Trainingsbetrieb sorgen. Dabei sind aber natürlich und vorrangig die bekannten Risikogruppen stark zu schützen, sowohl aktiv als auch passiv in deren Rolle als Übungsleiter z. B.
Kompliziert in der praktischen Durchführung.

 

Abzusehen sind bereits heute aber weitere Konsequenzen, da Einschränkungen im gesamten gesellschaftlichen und damit auch im sportlichen Bereich (Menschenansammlungen als Stichwort) weiter bestehen werden.
Turniere, ob als Gastgeber oder als Gast, dürften schwerlich möglich sein.
Saison-Abschlussfahrten- und in naher Zukunft liegende Trainingslager sollten nicht geplant werden.
Das Bölschefest vom 8. bis 10. Mai, wo wir als FSV 1912 e. V. Teilnahme mit fast allen Abteilungen beabsichtigten, wird nicht stattfinden können.
Wahlversammlungen, Vorstandswahlen und alle größeren Infoveranstaltungen sind bis zu den Sommerferien weiter in Frage gestellt und können nur der Wertigkeit nach und den gesundheitlichen Vorgaben entsprechend angesetzt werden.

 

Weiter gilt, haltet bitte physischen Abstand, das disziplinierte Befolgen dieser Maßnahme erhöht unsere Chancen auf schnellere Wiederaufnahme unseres geliebten Sports.
Es reicht, wenn eine Stadt wie Bergamo weint...

Kick-Dich-Corona-Virus !
Am Ende gewinnen wir doch !

 

Bleibt weiter gesund, aber auch optimistisch!

Der Vorstand des FSV 1912 e. V.