SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung - Amateurfußball besitzt Vorbildfunktion

Im Berliner Fußballbereich beginnt an diesem WE der Spielbetrieb, der BFV richtet einen Offenen Brief an alle seine Mitglieder

 

An die Mitglieder des Berliner Fußball-Verbandes e. V. per offenen Brief

SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung - Amateurfußball besitzt Vorbildfunktion

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

lange mussten wir uns gedulden, nun ist es soweit: Die BFV-Wettbewerbe starten in die Spielzeit 2020/2021. Noch nie hat uns ein Saisonauftakt über einen derart langen Zeitraum in Atem gehalten. Immer wieder beschäftigten uns in den letzten Wochen und Monaten die Fragen, ob, wann und wie die bevorstehende Spielzeit durchzufüh-ren ist. Dass es nun tatsächlich losgeht, ist für uns alle eine große Erleichterung.

Bei aller Freude darüber, möchten wir mit diesem Schreiben aber ausdrücklich daran erinnern, dass die Rückkehr in den Wettkampfbetrieb keineswegs einer Rückkehr zur „alten Normalität“ gleichkommt. Es gilt auch weiterhin, verantwortungsvoll mit der ak-tuellen Situation umzugehen und alle behördlichen Auflagensowie das BFV-Hygienekonzeptsorgsam umzusetzen,denn die Gesundheit aller steht an erster Stelle.

 

Für uns alle, ganz gleich ob Spieler/in, Trainer/in, Schiedsrichter/in, Vereinsvertreter/in, Verbandsmitarbeiter/in oder sonstige Vertreter/in des Berliner Amateurfußballs, waren die letzten Monate keine angenehme Zeit. Auch der Berliner Fußball-Verband hätte sich gerne bzu einem früheren Zeitpunkt Klarheit hinsichtlich des Spielbetriebs gewünscht, um seinen Mitgliedern Planungssicherheit zu geben.

Die steigenden In-fektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus belegen jedoch auch, dass die Argumente des Berliner Senats (u.a. schrittweise Lockerungen der Infektionsschutzverordnung) richtig waren. Gleichzeitigbleibt zu konstatieren, dass die Gespräche, die wir mit den zuständigen Stellen der Berliner Landespolitik geführt haben, stets konstruktiv und zielorientiert waren. Es ist ein großer Erfolg, dass wir ein Hygienekonzept erarbeiten konnten, auf dessen Grundlagedie Wiederaufnahme des Spielbetriebs aus Sicht aller Beteiligten zu vertreten ist.

Am Ende sind wir froh, dass die neue Saison nunmehr beginnen kann. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass die Ausübung unseres Sports niemals zu Lasten der Allgemeinheit und der Gesundheit gehen darf. Wir als Fußballerinnen und Fußballer haben einen Vertrauensvorschuss von Seiten der Politik erhalten. Jetzt liegt es an uns allen, dass wir dieses Vertrauen auch rechtfertigen und unseren Pflichten im Sinne des Gesundheitsschutzes nachkommen. Als größte Sportart in Berlin sind wir Vorbilder! Und Vorbilder müssen anerkennen, dass es weiterhin einer großen Kraftanstrengung bedarf, das Infektionsgeschehen in Berlin auf einem niedrigen Niveau zu halten.

Daher beunruhigt uns die Informationen der Berliner Bezirke, dass die Einhaltung des BFV-Hygienekonzepts sowie die Vorgaben der Bezirksämter von den Fußballerinnen und Fußballern nicht überall ordnungsgemäß umgesetzt werden. Insbesondere das Tragen von einer Mund-Nasen-Bedeckung im Umkleidebereich ist zwingend eine Maßnahme in der „neuen Realität“.

Dieses erfolgt zum Schutz aller, übrigens auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sportämter (z.B. Platzwarte).Wir unterstützen daher die Bezirke in ihren Vorhaben, das Infektionsrisiko zu minimieren. Daher wünschen wir uns von allen Mitgliedern, dass wir als Amateurfußball Vorbilder sind und das BFV-Hygienekonzept ohne Einschränkungen umsetzen.Der ansteigende Trend der Infektionszahlen in Deutschland zeigt, dass ein leichtfertiger Umgang mit den Hygiene-und Abstandsregeln Konsequenzen hat. Für den Amateurfußball gesprochen:

Wir haben es selbst in der Hand.

 

Keiner von uns wünscht sich eine erneute Unterbrechung der Saison oder Einschränkungen bei der Ausübung unseres Sports. Daher ist auch ein Teil der Wahrheit: Eine Rückkehr zur „alten Normalität“ ist aktuell nicht in Sicht. Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit werden unseren Alltag noch lange begleiten –das gilt nicht nur für alle Bereiche des gesellschaftlichen Zusammenlebens, sondern auch für den Amateurfußball.

Auch die gewohnte Nutzung von Umkleidekabinen wird es in einer Pandemie, in der wir uns zweifelsfrei immer noch befinden, nicht geben. Alle Bezirke unternehmen große Kraftanstrengungen, um uns den Sport in der Pandemie zu ermöglichen.Daher werden wir unliebsameEinschränkungen bei der Kabinennutzung auf Berlins Sportanlagen hinnehmenmüssen. Hier gilt es aus unserer Sicht, dieses nicht zu kritisieren, sondern froh zu sein, dass wir unseren Sport in der Pandemie ausüben dürfen. In der Konsequenz gehen wir davon aus, dass die Kabinenproblematik auch Auswirkungen auf die Spielpläne des BFV haben wird. Diesen Herausforderungen wird sich der BFV stellen. Dazu befinden wir uns bereits in der Abstimmung mit den Bezirken. Immer mit dem Ziel: Sport und Gesundheitsschutz zu vereinen.

Übrigens: Das Beispiel Österreichzeigt -dort mussten sich in den letzten Wochen ganze Mannschaften des Amateurbereichs in häusliche Quarantäne begeben-dass die bestehenden Abläufe im Trainings-und Spielbetrieb immer wieder durch die Pandemie gestört werden können. Auch in Deutschland mussten nachzuholende Pokal-spiele oder Testspiele kurzerhand abgesagt werden, weil es ein Infektionsgeschehen in den Mannschaften gab.

Vorkommnisse wie diese sind auch für den Berliner Fußball zu erwarten –zu glauben, dass der BFV-Spielbetrieb von Infektionsfällen und Quarantänemaßnahmen verschont bleibt, ist leider unrealistisch. Alle Verbandsgremien werden sich deshalb darauf einstellen, im Ernstfall handlungsfähig zu sein und kon-sequente und schnelle Entscheidungen zu treffen. Der BFV hat eine Koordinierungs-gruppe Coronavirus installiert, die sich ständig mit denauf den BFV-Spielbetriebwir-kenden Herausforderungen der Pandemie beschäftigt.Zugleich bittet der BFV seine Vereine darum, Verständnis für die veränderten Rahmenbedingungen im Berliner Amateurfußball zu haben. Abschließend sei betont, dass die Situation für alle Seiten neu und mit Einschränkun-gen verbundenist. Es bedarf einer großen Kraftanstrengung aller Beteiligten, die Sai-son 2020/2021 ordentlich durchzuführen –daran besteht kein Zweifel.

Wir werden Rücksicht aufeinander nehmen, aber auch Einschränkungen akzeptieren müssen. Aus diesem Grund möchten wir alle Mitglieder um ihr Verständnis für die Einschrän-kungen bitten! Ohne Ihr Verständnis und Engagement wäre an eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs nicht möglich.Für die bevorstehende Spielzeit 2020/2021 wünschen wir Ihnen trotz der widrigen Umstände viel Erfolg und vor allem Gesundheit!

 

Mit freundlichen Grüßen

Berliner Fußball-Verband e. V.

Bernd Schultz Kevin Langner (Präsident/Geschäftsführer)