Entscheidung vertagt - BFV sichert sich ab

Die Präsidiumssitzung des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) am 29. April 2020 auf Basis vorliegender Abstimmungen und Erkenntnisse hat festgelegt:

 

Für den 20. Juni 2020 wird ein außerordentlicher Verbandstag einberufen.

Diese virtuell abzuhaltende Mitgliederversammlung soll dann abschließend entscheiden: Abbruch (mit bestimmtem Szenario) oder Fortsetzung der aktuellen Serie ab 15. August 2020.
Bis zum 27. Mai 2020 soll allen Mitgliedsvereinen ein Präsidiumsvorschlag auf Basis eines juristischen Gutachtens übergeben werden, welches die Haftungsrisiken und Durchführbarkeit bei Saisonabbruch darstellen soll.

 

In mehreren Beratungen und zuletzt auch 3 Videokonferenzen am 24. und 25. April 2020 hatte der BFV die Vereinsmeinungen eingeholt und durchaus mit repräsentativer Beteiligung die unterschiedlichen Standpunkte (verschiedene Interessenlagen !) festgehalten und diskutiert.
Ein deutlich einheitliches Bild gab es dabei nicht. Folglich wird es auch keine „einzige gerechte“ Lösung geben können und immer auch werden einige Interessen nicht berücksichtigt werden können. Dennoch votierte die Mehrheit gegen den BFV, der eine Saisonfortsetzung favorisiert, aber nun die Meinung der Vereine respektieren muss.

 

Die Ergebnisse der Videokonferenzen sind recht detailliert auf der BFV-Webseite ersichtlich und können grob wie folgt zusammengefasst werden:

Frauenbereich: knappe Mehrheit für Saisonfortsetzung ab 15. August 2020.
Seniorenbereich, männlich: Mehrheit für Saisonabbruch (aber unterschiedliche Ansichten über Szenarien: Auf/Absteiger ? Hinrunde als Maßstab, Aktueller Stand mit Quotientenregel ?)
Nachwuchsbereich: sehr deutliche Mehrheit für Saisonabbruch (aber auch hier unterschiedliche Ansichten zu Szenarien...).

 

In der aktuellen Satzung ist dem BFV aber ein Saisonabbruch des Ligenspielbetriebs nicht erlaubt. Für den Abbruch muss eine Mitgliederversammlung mit

Abbruch-Votum der Vereine vorliegen. Der BFV befürchtet weiter nicht händelbare Folgen / Klagen / Schadenersatzforderungen. Das nun in Auftrag gegebene juristische Gutachten soll wohl auch die Vereinsmeinung im Sinne der Saisonfortführung beeinflussen.

Wir werden leider weiter abwarten müssen und uns bis zum 20. Juni gedulden. Das ist ein sehr bedauerlicher „Schwebezustand“, der faktisch nun auch die Wettspielruhe bis zu den Sommerferien bedeutet. Ausgenommen bleibt der Pokalwettbewerb Frauen, Herren, A-Jugend (unsere B-Jugend im Viertelfinale muss weiter abwarten, Tendenz: eher nicht...) wo unbedingt eine Fortführung der Spiele angestrebt wird (Abhängigkeiten zu übergeordneten Verbänden wie dem DFB).

 

Aus rein vereinsegoistischer Sicht des FSV 1912 e. V. wäre der Saisonabbruch mit Wertung Hinrundentabelle das Beste, wir würden bei Herren (Aufstieg in die Bezirksliga) und Frauen (Verbleib in der Verbandsliga) profitieren. Nachteilig wäre es für die D1-Jugend (sportliche Hoffnung auf Aufstieg) und D2-Jugend (Abstiegs aus der Landesklasse).

 

Unabhängig vom Wettspielbetrieb ist die gesamte Trainingssituation eine fast eigenständige Thematik, Hier spielen viele Faktoren eine gewichtige Rolle (behördliche Auflagen, Kontaktverbot, Versammlungsverbot, RKI-Hygieneregeln, Quarantänefestlegungen im Ernstfall) und können derzeit von uns als Verein nicht oder nur sehr eingeschränkt beeinflusst werden.
Die Abteilung kann sich nur konzeptionell auf weitere „Lockerungen“ einstellen und intelligente Trainingsformen innerhalb Grundlagen-Ausdauer-Training und individueller Ballarbeit (kontaktloses Training, Abstandsgebot, Hygiene !) unter allgemeiner Regeleinhaltung und -kontrolle (!) erarbeiten und „parat halten“.


ME