Unruhe im BFV

Im größten und wichtigsten Berliner Sportverband herrscht Unruhe, anbei das aktuelle statement des BFV-Präsidiums

Nach dem Rücktritt von drei außerordentlich verdienstvollen Ehrenamtlern (und Vizepräsidenten !!) aus dem Präsidium des BFV herrscht Unruhe im BFV. Die Rücktritte von Gerd Liesegang (Vizepräsident, hochgeschätzt und von vielen als das Aushängeschild im BFV gesehen), von Jürgen Pufahl (Vize, Recht und Satzung, uns als FSV 1912 wohlbekannt als Begleiter und Ratgeber im Fusionsprozess 2007) und H. J. Tillack (Vize, Finanzen) wurden mit rein persönlichen Gründen formuliert. Sie sind aber wohl auch Ausdruck eines "Gärprozesses" innerhalb des Präsidiums des BFV, wie manche einflußreiche Vereinsverteter größerer Vereine meinen.

Ausdruck dessen auch die kurzfristig einberufene WE-Präsidiumssitzung am letzten WE und die folgende Verlautbarung:

 

Das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) kam am vergangenen Wochenende (14. bis 16. Februar) unter dem Eindruck der Rücktritte von drei Vizepräsidenten zu einer Klausurtagung zusammen.

 

Unter Einbindung eines externen Moderators von der DOSB-Führungsakademie wurde ergebnisoffen über die aktuelle Situation im Verband, im Präsidium und in den Mitgliedsvereinen diskutiert. In teilweise kontroversen Diskussionen kamen jedoch im Ergebnis alle Beteiligten im Präsidium überein, dass es Reformen im Berliner Fußball-Verband bedarf. Dazu soll die beim Arbeits-Verbandstag installierte „Arbeitsgemeinschaft Zukunft und Vision“ zeitnah mit Vertretern aus Verband, Vereinsvertretern und diversen weiteren Personen des Sports zusammengesetzt werden und die Arbeit aufnehmen. Die Ergebnisse der Zukunftswerkstätten sollen dann beim ordentlichen Verbandstag am 20. November 2021 den Mitgliedsvereinen zur Abstimmung und in die Satzung und Ordnungen des BFV verankert werden.

 

In der Arbeitsphase des Präsidiums wurden nachfolgende Fragestellungen diskutiert und als Reformthemen definiert:

Wo soll der Verband im Jahr 2025 stehen?
Wie versteht der Verband seine Rolle gegenüber seinen Mitgliedsvereinen?
Was kann das Ehrenamt im Verband und in den Vereinen überhaupt noch leisten?
Wie versteht der Verband die Rolle des Ehrenamtes und der hauptamtlichen Mitarbeiter heute und in Zukunft?
Wie gestaltet der Verband den personellen Umbruch?
Wie sieht eine zeitgemäße Struktur im Präsidium, Ehrenamt und Hauptamt aus?
Wie sieht die gesellschaftliche Verantwortung des Verbandes künftig aus?
Welche Innovationen bedarf es für die zukünftige Verbandsarbeit?
Was fordern Kunden und Mitglieder vom Verband?
Wie sieht künftig die Finanzstruktur im Verband und Verein aus?

 

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, sagt: „Die Klausurtagung und die kontroversen und offenen Diskussionen haben einmütig gezeigt, dass die Gremien und Strukturen im Berliner Fußball-Verband einen Reformprozess durchlaufen müssen. Daher nimmt sich das Präsidium diesem Prozess an und wird dem nächsten ordentlichen Verbandstag die Strukturveränderungen vorlegen. Ich danke allen Präsidiumsmitgliedern für ihre Gedanken und Input für diesen nun angeschobenen Reformprozess.“

Das Präsidium kommt Ende des Monats zur nächsten Präsidiumssitzung zusammen und wird dort die Themen der Zukunftswerkstätten beschließen. Im Anschluss werden die Vereins- und Verbandsvertreter/-innen zur Mitarbeit aufgerufen und eingeladen.

Ende der Verlautbarung.

 

Einer der wesentlichen Punkte ist dabei also auch die Rolle und Würdigung des Ehrenamtes und seiner Grenzen, Fragen einer gewissen "Professionalisierung" im Verein und viele damit verbundene Fragen (Anzahl Frauen, Jugendlicher, Würdigung, Anerkennung in der vereinsarbeit in Funktionen und/oder als Übungsleiter, Betreuer, Helfer), die alle Vereine und uns als FSV 1912 e.. V. auch direkt betreffen.

 

ME