Wichtige Ergebnisse

Und die im Dunklen sieht man doch - die historische Rekordserie des FSV 1912

Eine historische Saison des FSV 1912 geht zu Ende, Zeit für eine Aufhellung..

 

Denn die einen sind im Dunkeln
und die andern sind im Licht
und man siehet die im Lichte,
die im Dunkeln sieht man nicht...
Diese Moritat aus Brechts Dreigroschenoper scheint nicht weit hergeholt und ist auch manchmal durchaus übertragbar auf die Vielen und die vielen Mannschaften, die sich mühen, abrackern, organisieren, trainieren, Teambildung betreiben, überlegen, ein- und aufstellen und kämpfen und spielen und Ehre einlegen für ihren Verein immerhin.

 

Lassen wir zum Ende einer für den FSV 1912, Abt. Fußball des Merkens und des „Nach“denkens würdigen Serie nun nach dem mit sehr hohem organisatorischem Aufwand vorbereiteten und gelungenem Saisonhöhepunkt der Ersten Mannschaft mit dem Jubiläumsspiel gegen die Eisernen auch abschließend die ehren und würdigen, die in ihrer Breite und Vielfalt unseren Verein repräsentieren und durch ihr Abschneiden dann historisch auch die „Duftmarken“ setzen mit dauerhaftem Bestand in den Annalen und Nachschlagewerken, analog oder digital.

 

In dieser nun praktisch abgelaufenen Serie konnte, wer denn Interesse hatte und wollte (und das waren leider, leider von den Hochgestellten und von den erwachsenen Aktiven nur sehr, sehr Wenige), auch die feiern, die am Ende einer langen Saison die absoluten Spitzenplätze belegten, immerhin geschah dies in unserer Abteilung Fußball historisch einmalig und rekordbedeutende 9 (in Worten neun) mal !

Zudem gelangen sportlich 6 (in Worten sechs) Aufstiege, teils in die höchsten Berliner Klassen, auch dies mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit historisch einmalig.
Und wenn davon sogar 3 Teams völlig ungeschlagen in allen Punktspielen durch die gesamte Serie kamen, dann ist dies noch ein Sahnehäubchen obendrauf.

 

Vermutlich sucht man in ganz Berlin umsonst einen vergleichbaren Verein, der wie wir fast jede zweite gemeldete Mannschaft auf die Spitzenplätze gebracht hat, im Erwachsenenbereich von 6 Meldemannschaften 2 Staffelsieger, im Nachwuchsbereich von 16 Meldemannschaften 7 Staffelsieger, dazu 4 Aufstiege, sagenhaft und natürlich gehören diese Leistungen ans Licht !
Und in gebotener Demut sollten wir uns auch mal vor diesen Leistungsverantwortlichen (die wichtigsten: die Aktiven, dazu Trainer, Übungsleiter, Betreuer, Helfer) für die jeweiligen Mannschaften verneigen und den großen Dank aussprechen.

 

Wer nun glaubt, dies wäre alles an Spitzenleistungen, muss auch mal die Relativität bemühen, denn einige Teams spielten angesichts ihres Potentials und teils problematischer personeller Ausgangslagen weit über den Erwartungen und leisteten so ihren Beitrag zum fußballseitigen Rekordjahr.

Stellvertretend seien genannt: die Ü 50 mit Platz 8 der Landesliga, die B-Junioren mit einem 4. Platz in der Bezirksliga, die C1-Junioren mit einem für mich sensationellen 6. Platz in der Landesliga, die C2-Junioren mit einem nie gefährdeten Mittelfeldplatz, die D2-Junioren in der Hinrunde und die personell veränderten D1-Junioren in Teilen der Rückrunde, die D3-Junioren mit Platz 5 in der Rückrunde, die E3-Junioren mit einem bewundernswerten 3. Platz der Rückrunde, die D-Mädchen mit Platz 4 der obersten Landesligastaffel.
Das sind alles Leistungen, die vor der Serie nicht unbedingt erwartet werden konnten und auch nicht im Dunkeln der Erinnerung bleiben sollten!!

 

Konkret gewürdigt werden müssen nun aber auch die Teams, die diese o. e. absoluten Spitzenplätze belegten und damit einen wesentlichen Teil der Außenwirkung des Vereins repräsentieren.

Bereits mit Recht ausführlich gewürdigt wurden die 1. Frauen und die A-Junioren, beide mit Staffelsieg, beide ungeschlagen durch die komplette Serie und mit Aufstieg in die Landesliga.

Auch die 7er Ü 40 überraschte wieder und erfreute mit einem Staffelsieg, schoss dabei mehr als 100 Tore, gewann 17 Spiele von 22 und schaffte wie im Vorjahr den Aufstieg in die Landesliga, verzichtete aber auch wie im Vorjahr aus durchaus nachvollziehbaren Gründen auf die Landesliga.

 

Alle anderen Staffelsiege und Aufstiege vollzogen sich im sehr, sehr breit aufgestellten Nachwuchsbereich, der nicht nur wegen der höheren Anzahl an Mannschaften diese Lorbeeren einheimsen konnte, hier schlug sich einfach auch die gute – sehr gute Arbeit in den einzelnen Altersklassen mit den Jungen und Mädchen auch im tabellarischen Abschneiden wieder, obwohl wir uns in den meisten Altersklassen durchaus im Breitensportsegment einordnen (müssen) und nur in wenigen Altersklassen an die Tür zum Berliner Spitzenfußball klopfen könn(t)en.
Hier nun auch trägt die jahrelange, sehr kontinuierliche und geduldige, strukturierte, beharrliche, oftmals unterschätzte Arbeit des Nachwuchsleiters G. Ulbricht und seiner Mitstreiter Früchte und meiner Ansicht nach sollte sich dies in den Folgejahren trotz einiger Baustellen fortsetzen können.

 

All dies kann untersetzt und belegt werden durch reale Fakten, beginnen wir im F-Bereich, der untersten Wettbewerbsspielklasse bei uns.
Beide männlichen F-Mannschaften kamen mit völlig weißer Weste durch die Rückrunde, besiegten jeden Gegner, feierten zu recht und freudig ihre Staffelsiege und belohnten sich selbst und natürlich die engagierte Arbeit ihrer ÜL R. Wenzel und D. Hunzinger.

 

Im E-Jugendbereich konnten wir 2 weitere Staffelsiege bejubeln, die Torfabrik der E1-Junioren ballerte sich durch die Rückrunde und P. Schmidt und N. Münke waren bestimmt nur darüber nicht amüsiert, dass die Bengels das letzte Spiel „vergeigten“ und damit die blütenweiße Weste verloren. Wir sahen aber tolle Spiele, tolle Spieler und Spielerinnen und nahmen auch die Erkenntnis mit, dass das Spielen in der Hinrunde ein einer Leistungsstaffel dem Team letztendlich gut tat.
Diese Leistungsstaffel sollte auch die E2-Junioren nächste Serie als Ziel anpeilen, denn die Burschen legten eine blütenweiße Hinrunde hin, wurden Staffelsieger mit 8 Siegen aus 8 Spielen bei mehr als 100 eigenen Toren, wurden Dritter der Rückrunde und vertreten unseren Verein auch noch im Pokalfinale des Hauptmann von Köpenick-Pokal am 6. Juli auf heimischer Scholle gegen Askania Köpenick mit für mich guten Erfolgsaussichten. V. Baumann und M. Höhne werden die richtigen Worte und Aufstellung finden, um den Pott nach Friedrichshagen zu holen.

 

Im D-Jugendbereich setzten dieses Jahr die D-Juniorinnen die Akzente, mit einem 2. Platz der Vorrunde stieg mädchen sportlich unter der damaligen Chefin K. Beyer in die Verbandsliga auf, verzichtete aber aus Leistungsgründen darauf, da 2 absolute Leistungsträger diese Mannschaft verließen und die 3. Säule bei der D1-Jugend eingesetzt wurde und auch weitere starke Mädchen des Jahrgangs 2004 in die C-Juniorinnen zu deren Verstärkung wechselten. F. Naumann übernahm und schaffte mit den Verbleibenden einen guten 4. Platz in der obersten Landesligastaffel Berlins.

Auch die um Einiges älteren B-Juniorinnen mit dem scheidenden ÜL S. Kurch erfüllten die selbstgesteckten Erwartungen mit Platz 2 und dem Aufstieg trotz großer personeller Probleme, bewiesen damit aber leider wohl letztmalig für absehbare Zeit den Anspruch auf die höchste Liga Berlins, der wir davor 3 Jahre angehört hatten. Perspektivisch schlagen aber die Versäumnisse der jüngeren Vergangenheit durch, derzeit ist nicht einmal die Spielfähigkeit einer Kleinfeldmannschaft gesichert, es müssen sofort und engagiert vielfältige Aktivitäten in Angriff genommen werden.

 

Der neunte Staffelsieg, der sechste Aufstieg, die dritte ungeschlagene Mannschaft: für mich in dieser Serie der sportliche Höhepunkt im Großfeld-Nachwuchsbereich. Die C3- Junioren düpierten in ihrer Staffel alle namhaften und teils hochkarätigen Gegner, krönten damit auch eine mehrjährige, sehr erfolgreiche Entwicklung und stiegen als Staffelsieger in die Berliner Eliteliga der dritten Mannschaften auf. Authentischer als W. Richter selbst kann niemand diese Entwicklung einer durchaus ungewöhnlichen Mannschaft beschreiben, man lese die ausführlichen und sehr informativen Spielberichte im Forum, hier aus dem Saisonfazit im Auszug das Wesentliche:

Die 3. C-Jugend des Friedrichshagener SV 1912 e.V. ist sportlich in die höchste Spielklasse Berlins aufgestiegen. Sie gehört damit zu den besten 12 Teams des Landes. Das klingt wie ein schönes Märchen, ist aber Realität geworden. Es ist der bislang größte Erfolg für unsere Spieler in ihrer noch so jungen Fußballerkarierre. Und natürlich ist es auch für den Trainer das größte Erfolgserlebnis der letzten 8 Spielzeiten. Das ist die Bilanz in Kürze:
• Herbstmeister mit 7 Siegen, 2 Unentschieden und lediglich 2 Gegentoren
• ungeschlagener Staffelsieger mit 14 Siegen, 4 Unentschieden und einem Torverhältnis von 65:8
• 12 Spiele zu Null
• Sieger im direkten Duell mit den punktgleichen Herthanern aus Zehlendorf (1:0 zu Hause, 3:3 in Zehlendorf)
Die Mannschaft hat zumeist spielerisch überzeugt gegen gute Gegnerschaft und mit tollen Toren durchgängig für sehr gute Unterhaltung gesorgt. Sie steht für attraktiven Offensivfußball aus einer sicheren Defensive heraus. Hervorzuheben ist auch, dass wir in allen Spielen auf Verstärkungen aus den anderen C-Junioren-Teams verzichteten und die Erfolge aus uns selbst heraus erspielten.
Dennoch ist all dies Resultat langer, beharrlicher Trainingsarbeit mit den Jungs. Gewürdigt werden sollen in diesem Zusammenhang ganz besonders Minitrainer Wolfgang Wendt und Volker Schalli. Joshua Dürlich, Fabian Ertel, Florian Koch, Yuma Rieming, Gustav Buchholtz und Frederik Minx – sie alle sind von Kindesbeinen an im Verein und wurden maßgeblich von den beiden vorgenannten Trainern geformt.

Es gab wie immer keine Zielvorgaben für das Team, aber einen klaren Plan. Die Entwicklung der Spieler (für 4 Spieler war es die erste Großfeldsaison), regelmäßige Teilnahme am Spielbetrieb, das Ganze gepaart mit viel Spaß am Fußball als Leitlinie und mit dem unbedingt notwendigen sportlichen Ehrgeiz. Dass sich dann eine solche Eigendynamik entwickelt, war freilich nicht vorhersehbar. Am Ende war das Selbstvertrauen so groß, dass die Jungs überhaupt keine Zweifel aufkommen ließen, selbst bei frühen Rückständen nicht wie gegen Hertha 03 Zehlendorf V oder in beiden Duellen mit dem BFC Preußen III.
Als besonders gelungen kann die Integration der 4 Neuzugänge zu Saisonbeginn betrachtet werden. Steven im Tor eine absolute Bank, Aljoscha ein sehr guter Defensivspieler, Gian ein unermüdlicher Rackerer in der Offensive mit 15 Saisontoren und Jannis flexibel einsetzbar und offensiv extrem torgefährlich (10 Saisontreffer).
Mir bleibt, mich bei allen Spielern und Eltern zu bedanken für diese tolle Saison, die wahrscheinlich keiner der unmittelbar Beteiligten so schnell vergessen wird. Natürlich werden wir noch ein wenig feiern, unter anderem bei einer Floßfahrt mit der Mannschaft auf dem Müggelsee am 02.07.2017. Sportlich schauen wir voraus, denn in der kommenden Saison rücken wir in die nächste Altersklasse auf und werden als 2. B-Jugend spielen.
Wulf Richter

Dem kann man nichts hinzufügen, dieses Team verdient z. B. weitaus mehr Beachtung auch in der Zukunft und sicher hätten sich die Jungs auch sehr über vorstandsseitige Unterstützung und Daumen Drücken im letzten entscheidenden Spiel am Sonnabend gegen Mariendorf 97 III gefreut.

 

Auch bei Lichte besehen wird es einige Zeit dauern, bis sich diese Erfolgsserie in dieser Breite beim FSV 1912 wiederholt, jedes neue Jahr stellt auch neue Herausforderungen, sei es personell, leistungsseitig oder auch in der weiter sehr problematischen Besetzung mit geeigneten und kompetenten Übungsleitern in fast allen Altersklassen, weiblich wie männlich.
Auch hier an dieser Stelle der dringende Aufruf an potentielle Interessenten und Helfer vor allem aus dem eigenen Erwachsenenbereich, die weiter extrem hohe Anzahl an Neuzugängen besonders in den unteren Altersklassen erfordert auch weiterhin Helfer im Groß- und verstärkt im Kleinfeldbereich und, seit Jahren eingefordert und bislang immer vorstandsseitig abgelehnt, endlich auch mal die angemessene Vergütung dieser Helfer.

Es ist völlig unerklärlich, warum wir als ÜL unsere Helfer/Helferinnen (beispielhaft unterer Mädchenbereich) privat oder aus der Mannschaftskasse vergüten (müssen), die stetig steigende Anzahl an Zugängen und damit auch steigende Mannschafts-Mitgliedsbeiträge rechtfertigen locker eine vereinsseitige angemessene Anerkennung.
Nur einer von manchen ärgerlichen Punkten, dennoch Hoffnung, dass sich wieder Vernunft und Sachkenntnis, Anerkennung, gegenseitiger Respekt, Achtung und Kollegialität, Solidarität und Loyalität in allen Bereichen und zwischen allen Beteiligten und Entscheidungsträgern durchsetzen.
Nicht zum Wohl und/oder Macht der Beteiligten, sondern zum Vereinswohl.

 

Denn die Abarbeitung der generellen und grundlegenden Abteilungsprobleme sowie der kurz,- mittel- und langfristigen Aufgabenstellungen, ist zwingend geboten und notwendig, in Teilen durchaus kompliziert, diskutabel, vermutlich manchmal langwierig und in stärkerem Maße als bislang auch mit Kosten und erhöhtem personellem Aufwand im Vorstand und im sportlichen Bereich verbunden, will man z. B. leistungsseitig neue Wege beschreiten und bei Herren und Frauen und in ausgewählten Nachwuchs-Altersklassen höhere Ligen anpeilen.

 

ME