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Offener Brief des DFB-Präsidenten W. Niersbach

Nachstehend aus sehr traurigem und entsetzlichem Anlaß ein offener Brief des BFV-Präsidenten Wolfgang Niersbach.

Liebe Freunde des Fußballs,
mit Entsetzen und Fassungslosigkeit haben wir alle in den vergangenen Tagen die Nachrichten aus den Niederlanden aufgenommen. Ein Familienvater, der als Linienrichter bei einem Amateurspiel ausgeholfen hatte, wurde dort von mehreren jugendlichen Spielern zu Tode geprügelt. Eine unfassbare Tat, die uns betroffen macht und die uns gleichzeitig dafür sensibilisieren sollte, wie wichtig Respekt und Rücksicht im Umgang miteinander sind.
Was in den Niederlanden passiert ist, darf sich niemals auch nur ansatzweise wiederholen. Nicht dort, nicht bei uns, nirgendwo. Wir alle, jeder Verein, jeder Spieler, jeder Zuschauer, sind aufgefordert, unseren Beitrag für ein faires, für ein friedliches Miteinander zu leisten. Niemand darf zulassen, dass aus sportlichem Ehrgeiz Aggression wird, dass aus Emotionalität Hass entsteht, dass Gewalt ins Spiel kommt.
Wir alle sind aufgerufen, weiter entschlossen und gemeinsam für Respekt und Rücksicht einzustehen und sehr genau hinzusehen, wenn auf und neben den Plätzen beleidigt, diskriminiert, geschlagen und getreten wird. Gerade die Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen brauchen dabei unseren besonderen Schutz. Ohne sie wären die rund 1,6 Millionen Fußballspiele im Jahr gar nicht erst möglich. Ohne sie gäbe es den flächendeckend geregelten Wettbewerb nicht.
Das Engagement der vielen Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen in Deutschland verdient von uns allen höchste Anerkennung. Und wir sollten nicht nur Respekt vor ihrer Leistung haben, sondern auch vor dem jeweiligen Menschen dahinter. Vergessen wir nicht, dass uns alle eine große Leidenschaft verbindet: Die Liebe zum Fußball.
Mit sportlichen Grüßen
Wolfgang Niersbach
Präsident des DFB
Frankfurt / Main, den 7. Dezember 2012


Anmerkung:

Dem ist wohl nichts hinzuzufügen. Schluss mit der Verrohung auf und neben unseren Spielfeldern ! Wir erleben es fast wöchentlich, Gott sei Dank (noch) nicht in der niederländischen Tragik, aber auch in Berlin stehen wir sehr, sehr dicht davor.
Schluss damit !
Es kann uns jeden passieren, sagt nie mehr, es ginge uns nichts an!
Es geht uns alle an, auf und vor allem auch neben dem Feld.

In der Verantwortung steht nicht nur der oftmals viel zu nachsichtige und den vielfältigen Interessenlagen nachgebende Verband, sondern eben vor allem die Zehntausenden von Amateursportler aller Teams und unabhängig von Religion, Kultur, sozialem Status und Herkunft, die sich sportlich an jedem Wochenende begegnen und auch in der Woche wieder unversehrt arbeiten müssen.

Manfred Engel.
GF FSV 1912 e. V.