FSV 1912 - 1. FC Union Berlin 1 : 11

Nur kühnste Optimisten hatten an ein 5 : 2 geglaubt, wir sind ja auch nicht der BVB 09. Aber etwas mehr glaubten an ein eigenes Tor. Das gelang. Das war ein Ziel. Wir freuen uns auf das nächste match!

Stimmungsvoll begann das Spiel der Spiele für unsere großen Kicker: viele kleine aufgeregte Mädchen und Jungen aus der Mini - und F-Altersklasse durften mit an den Händen der "Berühmteren" auflaufen und sie erhielten tosenden Beifall, auch für ihre Spiele in der Halbzeitpause, vom Minitrainer Wolfgang Wendt wieder vorzüglich auf die kleinen Beine gestellt und organisiert.

Sehr schön auch der geschwisterliche Auflauf von Luisa (FSV) und Janis (Union) Puttkammer mit 2 Spielbällen. Und viel Stolz und Freude hatten auch die vom Nachwuchschef Günter Ulbricht nominierten und eingewiesenen Balljungen aus 2 D-Teams des FSV 1912.

Sie alle hatten ihren Anteil an dem Jubiläumsspiel vor der neuen Rekordzuschauerkulisse. Hier nun der wohl sehnlichst erwartete und mit leichtem Augenzwinkern geschriebene authentische Spielbericht des Trainers Jan Kopiak:

Freundschaftsspiel zum 100-jährigen Vereinsjubiläum des Friedrichshagener Sportvereins zu 1912 e. V.
Friedrichshagener SV I - 1.FC Union Berlin I 1 : 11 (0:5)

Der Friedrichshagener SV 1912 spielte mit:
1.Hz.: Ehrle, Hoffmann, Gruner (30. Rohde), Jungermann, Engel, Lang, Cyran, Hähner, Knebel, Beck, Karioth
2.Hz.: Hörnig, Bretschneider (78. Kusche), Rohde, Stadelhoff, Engel (70. Braaksma), Pietsch, Cyran, Hähner (80. Schubert), Knebel (80. Zeise), Beck (70. Sturm), Ludwig


Der 1. FC Union Berlin spielte mit:
Höttecke – Pfertzel (46. Menz), Stuff, Trapp, Kohlmann (46. Hoth / U23) - Karl – Belaid (46. Zoundi), Mattuschka (46. Giese / U23), Ede - Terodde, Ujazdowski (U23)


0:1 Terodde (23.), 0:2/0:3/0:4 Ujazdowski (28./29./37.), 0:5 Belaid (44.), 0:6 Hoth (47.), 0:7 Ujazdowski (50.), 0:8 Hoth (53.), 0:9 Ede (58.), 0:10 Menz (60.), 0:11 Terodde (67.), 1:11 Knebel (77.)


Besondere Vorkommnisse:
Kapitän Gruner spielt trotz Außenbandriss 30 Minuten lang
TW Hörnig hält Elfmeter von Höttecke (60.)
FSV stellt die Unioner mind. 20x ins Abseits


Unfassbare Vorkommnisse:
Der FSV verteilt unglaubliche 9 Zuppies/Tunnel/Mützen/Beinschüsse!!!!
(2x Beck, 2x Cyran, 2x Hähner, 2x Engel, 1x Pietsch) gegen u.a. 3x Karl, 2x Mattuschka


Ein tolles Erlebnis
2000 Zuschauer folgten der Einladung des FSV zum 100-jährigen Vereinsjubiläum und säumten das neu gestaltete FSV-Schmuckkästchen. Allein der Anblick dieser Kulisse auf unserer Sportanlage sorgte für mächtig Gänsehaut bei allen Beteiligten. Da man sich berechtigterweise nicht sonderlich viele Siegchancen gegen den Zweitligisten ausrechnete, einigte man sich im Vorfeld darauf, alles andere richtig zu machen und vor allem Sympathien zu gewinnen. Man kann es vorweg nehmen, das Resultat übertraf alle Erwartungen.
In der Anfangsphase rieb sich der ein oder andere Zuschauer mehrmals kräftig die Augen, obgleich der Tatsache, dass der FSV eine unglaubliche diszipliniert taktisch und technisch starke Spielweise an den Tag legte und dem 7 Spielklassen höher angesiedeltem Bundesligisten ein Spiel auf Augenhöhe bot. Es ging munter hin und her und um ein Haar wäre der Underdog sogar in Führung gegangen. Unglaubliche 23 Minuten stand die 0, das gelingt dem FSV in einem Meisterschaftsspiel der Kreisliga A seltener. :)
Dann aber schienen die Unioner das richtige Konzept gegen die gut gestaffelte Amateurviererkette der Friedrichshagener gefunden zu haben und es gab ziemlich zügig 5 relativ ähnliche und eher unspektakuläre Treffer bis zur Halbzeit. Nach der Pause wurde munter auf beiden Seiten gewechselt, die Hausherren ließen Ihren gesamten Kader (22 Spieler) auflaufen, heute sollte jeder an diesem tollen Ereignis teil haben. In der 2. Hz machte sich dann der Klassenunterschied deutlicher bemerkbar. Während die FSVer auf Grund des natürlich viel größeren Laufpensums als im Ligaalltag an Ihre Grenzen gelangten, merkte man den Profis keinerlei Schwäche an. Dynamik, Athletik und Handlungsschnelligkeit machten den großen Unterschied. Der FSV nun kaum noch mit nennenswerten Gegenangriffen, aber immer noch mit ungewöhnlich reichlichen Abseitsstellungen der Unionoffensive. Allerdings schimmerte auch ein wenig Arroganz bei den Profis durch, als man bei einem von TW Hörnig verursachten Elfmeter, FCU-TW Höttecke zum Punkt schickte, der dann gerechterweise kläglich an Hörnig scheiterte. Auch Ede erwies sich als Kenner des Kreisligavokabulars, als er nach einem unglücklichen Zweikampf mit Knebel ca. 5 Minuten aus diesem schöpfte und sich nur schwer beruhigen ließ. Ebenso der spätere Kapitän Karl bewies wenig Klasse als er nach seinem 2. von Beck zurecht erhaltenem Beinschuss versprach, ihm beim nächsten mal "die Beine zu brechen"

Der sportliche Höhepunkt aus Sicht der Zuschauer und Heimmannschaft dann der verdiente Ehrentreffer durch Knebel. Nachdem Hähner an der Mittellinie schnell auf den rechts außen antretenden Sturm passt und dessen flache Eingabe eigentlich Cyran schon verwerten kann, bekommt Knebel den Ball vor die Füße und vollendet zum viel umjubelten Endstand von 1:11. Nach dem Abpfiff stürmten viele Zuschauer - natürlich friedlich - den Platz und ergatterten sich Autogramme, Trikots und sogar Schuhe der Unioner. Der FSV hingegen erntete sehr viel Respekt und Anerkennung für die gezeigte Leistung. Der Tag wurde mit Live-Musik und dem DFB Pokalfinale auf Großbildleinwand auf dem Vereinsgelände abgerundet und wurde natürlich feucht-fröhlich gefeiert. Ich denke wir haben heute sehr viele Freunde und Sympathien dazugewonnen. Alle Beteiligten können stolz sein auf das Geleistete, sowohl Spieler als auch die Organisatoren dieses einmaligen Ereignisses. "Wir sind alle FSVer!"

So ist es und so soll es bleiben!