Zweite mit Grund zur Freude

Bei den 3 Sonntag-Heimspielen konnte man nur über das Ergebnis der Zweiten erfreut sein, die Erste und die Ü 40 verloren im Gleichschritt 0:2. FSV II führt dagegen weiter die Tabelle an und profitierte auch von den Aussetzern der Konkurrenz.

Unsere Ü 40 bespielte im vorgezogenen Spiel vom 12. Mai die gleichaltrigen Treptower Mannen und tat sich schwer gegen kompakt stehende Gäste, die zudem noch ab und an gefährlich konterten. Vieles lief über deren Schaltzentrale und sehr viele Chancen konnten wir uns auf Kunstrasen nicht erarbeiten. Die Beste hatte noch mein Namensvetter bei 0:1 Mitte der Hälfte 2, aber aus gefühlten 17 cm ging der Gesichts-Kopfball leider vorbei. Das 0:2 band den Sack gegen uns zu.
Die Zweite empfing die beste Rückrundenmannschaft FC Kreuzberg (ehemals Samsunspor), die potentiell eine gut spielende, individuell durchaus stark besetzte Truppe darstellte. Allen war vorher klar, dass es ein sehr schweres Spiel werden würde, so genau wurde auch die Einstellung der Truppe durch den Trainer vorgenommen, man war von der 1. Minute an konzentriert, leidenschaftlich und stark kämpferisch eingestellt. Relativ früh das 1:0 durch A. Koniajew im Nachschuss, aber danach insgesamt ein ziemlich nervöses, ohne große spielerische Linie ablaufendes match, in dem später auch eine völlig unnötige Hektik getragen wurde. Die Gäste bestätigten wieder mal fast alle Vorurteile und schwächte sich durch Disziplinlosigkeiten selbst. Zu bewundern der konsequente SR, der sich auch durch Beleidigungen von außerhalb der Seitenlinie nie beeindrucken ließ und der beste Mann auf dem Platz war. Erstaunlich die Mentalität unserer Gäste, die eine sehr gute Mannschaft sein könnten, wenn sie sich denn allein auf das Spielerische verlassen würden. So entschied in einem später unansehnlichen und teils hässlichen Spiel der frühe Treffer. Die Mannen von A. Krenz festigten damit völlig verdient die Tabellenspitze und hatten zudem das Glück des Tüchtigen, dass die Verfolger (teils sehr unerwart wie in Buch und auf dem Jubuöäumssportplatz) Punkte ließen oder teilten.
Die Erste hatte in der Woche und am Sonnabend Steilvorlagen bester Güte erhalten, konnte sie aber nicht nutzen. Das Spiel der Deutsch-Sowjetischen Sprach-Freundschaft erhielt früh seinen Stempel, als der Gast unerwartet und durch das konsequente Nutzen zweier individueller Fehler 1:0 in Führung ging. Erst nach dem Wechsel und dem 0:2 sah man vom FSV die immer erwartete Leidenschaft, das fast bedingungslose Anrennen, das Bemühen und den Willen. Man sah aber auch, dass nicht alle das notwendige individuelle Können haben oder es nicht abrufen konnten. Sehr unglücklich zudem das sofortige und natürlich vermeidbare 0:2 nach dem Pausentee, man bekam das Gefühl, unsere Truppe könnte ewig spielen ohne Torerfolg. Sogar ein berechtigter Elfer konnte nicht genutzt werden. Zudem hatten die Gäste in Torwart A. Kynass den besten Mann auf dem Platz in ihren Reihen. Ansonsten war Makkabi II eine ziemlich die-Bälle-wegkloppende und spielerisch nicht überzeugende Mannschaft, die uns aber damit doch entscheidend beeindrucken konnte. Sehr bedauerlich die Verletzung von Bolle kurz vor Ende, nicht nur im Sinne der Mannschaft schnelle Genesung ! Auffallend auch noch Capitano Martin, der nun wahrlich jeden Quadratzentimeter des Platzes unter seinen Stollen hatte, dessen Bedingungslosigkeit aber heute und an diesem Tag auch nichts für die Mannschaft bewirken konnte.

Die allein sportliche Bilanz der 9 Rückrundenspiele zeigt die Misere und das Bild einer typischen Mittelfeldmannschaft: 3-3-3, 15:16 Tore, nur 12 reguläre Punkte. Nur durch eine Wertung (6:0 bei Croatia II) kommen wir auf 14 Pkt. aus 9 Sp. Das ist für unser Ansprüche natürlich viel zu wenig und einfach nur stark bedauerlich ist es, wenn wir nicht mal sehr schöne „Steilvorlagen“ nutzen können. Die Wahrscheinlichkeit, dass nun aus unserer Staffel der zweitbeste Dritte kommt, sinkt immer weiter gen 0. Konzentrieren wir uns folglich nun auch auf den 12. Mai, den 3. Oktober, einigen sehr interessanten Turnieren des Nachwuchsbereiches im Sommer und Herbst und generell auf die neue Serie, die dann unter ganz anderen Vorzeichen stehen wird, sollten die Tendenzen so weiterlaufen.

Der Trainerspielbericht von Jan Kopiak:

Friedrichshagener SV I - TUS Makkabi II 0:2 (0:1)
FSV spielte mit: Ehrle, Hoffmann, Gruner, Stadelhoff, Engel, Lang (55. Ludwig), Hähner, Rohde, Sturm (65. Beck), Cyran (85. Jungermann), Knebel, Tore: 0:1 Baron (15.), 0:2 Allgaier (46.)

Besondere Vorkommnisse:
1. Spieler Nr. 12 von Makkabi bekommt in der 46. Minute nach einem Kopfstoß gegen Rohde (vermutlich Nasenbein gebrochen) NUR Gelb!
2. Spieler mit der Nr. 6 von Makkabi bekommt in der 50. Minute Gelb wegen Ballwegschlagens und in der 60. Minute nach Foulspiel noch mal Gelb! (Schiedsrichter hatte sich die erste Gelbe Karte nicht notiert)
3. Foulelfmeter in der 60. Minute wird durch TW von Makkabi gehalten.
Vorlage nicht genutzt
Empors Niederlage vom Vortag hätte dem FSV bei einem eigenen Sieg heute den 3. Tabellenplatz beschert. Dementsprechend war die Motivation vor dem Spiel auch sehr hoch. Die Gäste reisten natürlich mit Verstärkung der Ersten an um den drohenden Abstieg noch zu verhindern. In den ersten Minuten war bereits zu erkennen, dass es heute ziemlich giftig zur Sache gehen wird, aggressive Zweikämpfe und immer wieder kleine Unsportlichkeiten seitens der TUS prägten das Spiel. Friedrichshagen hatte bereits in der 1. Halbzeit mehr Spielanteile und auch die besseren Chancen, jedoch blieben diese wie so oft ungenutzt. Als Hähner in der 15. Minute in der gegnerischen Hälfte den Ball vertändelt geht es schnell Richtung FSV TW Ehrle, der vom Stürmer umkurvt wird und die Gästeführung nicht mehr verhindern kann. Nach der Pause wurde es dann äußerst hektisch, wieder ein Ballverlust an der Mittellinie sorgte für einen schnellen Gegenzug der Gäste, die Abwehr unsortiert und diesmal sieht TW Ehrle nicht besonders gut aus als der Ball unter seinen Händen im langen Eck einrollt. 0:2 mit 2 Chancen nach 2 unnötigen Ballverlusten an der Mittellinie! Kurz danach bekam Rohde einen auch für den Schieri klar erkennbaren Kopfstoß auf die Nase, der Schieri pfeifft und gibt beiden Spielern Gelb! Unfassbar! Warum, bleibt sein Geheimnis. In der 60. Minute dann der nächste Fauxpas des Unparteiischen, als er richtigerweise auf Foulelfmeter für den FSV entscheidet, allerdings dem Foulenden statt der Gelb Roten Karte zum 2. Mal Gelb zeigt! Der Herr in Schwarz komplett überfordert. Den fälligen Elfmeter kann der TUS Torwart auch noch glänzend aus der unteren rechten Ecke ums Tor lenken. Es soll einfach nicht sein. Die letzten 30 Minuten Dauerdruck der Hausherren aber leider ohne Erfolg, Hähners Freistoß erwischt Gruner am langen Pfosten nur noch mit der Fußspitze und auch Engel und Cyran scheitern am Außennetz oder am starken Gäste-Torwart. Mit den richtigen Entscheidungen des Schieris und einer Verwertung des Elfmeters wäre dieses Spiel sicherlich anders ausgegangen. Letztendlich muss man sich aber wieder selbst die Vorwürfe machen, durch individuelle Leichtfertigkeiten und teilweise mangelnde Konzentration dieses Spiel "vergeigt" zu habe